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Lauth, G. W., Husein, S. & Spieß, R. (2006). Lernkompetenztraining bei leistungsschwachen Grundschülern. Kindheit und Entwicklung, 15 (4), 229-238
Der Artikel untersucht die Wirksamkeit des Lernkompetenztrainings. In dem Rahmen wird das Kompetenztraining vorgestellt, die Methoden zur Evaluation, sowie die Ergebnisse zur Wirksamkeitsprüfung.


Lernkompetenztraining bei leistungsschwachen Grundschülern

(Gerhard W. Lauth, Suheil Husein und Ralf Spieß)

Zusammenfassung

Untersucht wird die Wirksamkeit eines Trainings allgemeiner Lernkompetenzen.

Theoretisch zu Grunde gelegt wird das „Good-strategy-user-Modell" (vgl. Presley, 1986), da es besagt, dass Schüler mit schwachen Leistungen ein Defizit an Lernstrategien aufweisen. Sie zeigen zwar eine hohe Aktivität jedoch wenig Effektivität beim Lernen.

Lauth, Husein und Spieß postulieren, dass das Lernverhalten und somit die Schulleistungen sich durch ein gezieltes Training steigern lassen.

Die Stichprobe bestand aus 42 Kindern der 2., 3., und 4. Klasse, die laut Lehrerurteil und Ergebnis im Allgemeinen Schulleistungstest unterdurchschnittliche Leistungen zeigten. Hiervon wurden 23 Kinder der Trainingsgruppe zugeteilt, 15 Kinder der Wartekontrollgruppe und 4 Kinder schieden aus unterschiedlichen Gründen aus.

Die Trainingsgruppe erhielt ein 16-stündiges Training, indem Lernstrategien vorgestellt und anhand von Aufgaben (z.B. Aufsatzschreiben, Begriffe sortieren, Bilderkarten) eingeübt wurden.

Es wurde auf eine enge Verzahnung sowohl mit der Schule als auch mit den Eltern geachtet: das Training fand in der Schule statt, der Transfer wurde in jeder Sitzung besprochen und in einer Sitzung gesondert behandelt, zusätzlich erfolgte statt einer Sitzung eine Beobachtung des Kindes im Unterricht; die Eltern wurden durch zwei Elternabende, sowie durch einen ständigen Informations-austausch einbezogen.

Die Leistungen der Schüler wurden vor und nach dem Training durch den Allgemeinen Schulleistungstest und die Kaufmann Assessment Battery for Children (misst die intellektuelle Leistungsfähigkeit) erhoben. Das Lernverhalten wurde durch Rückmeldungen der zuständigen Lehrer, der Eltern und des Kindes selbst vor, während und nach dem Training erhoben.

Die Ergebnisse zeigen eine bedeutsame Steigerung der Schulleistung und der intellektuellen Leistungsfähigkeit im Vergleich zur Wartekontrollgruppe. Ebenso konnte eine Veränderung des Lernverhaltens festgestellt werden. Besonders hervorzuheben ist hier auch eine hohe Zufriedenheit der Kinder mit dem Training.

Fazit: Die vorliegende Studie demonstriert, dass lernschwache Schüler durch ein allgemeines Lernkompetenztrainings gefördert werden können. Die vermittelten Strategien scheinen eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Lernaufgaben zu ermöglichen, wodurch sich die mit der Zeit auch die Schulleistungen steigern.


Quelle:

Lauth, G. W., Husein, S. & Spieß, R. (2006). Lernkompetenztraining bei leistungsschwachen

Grundschülern. Kindheit und Entwicklung, 15 (4), 229-238